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Info: |
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Titel |
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Millennium Actress |
Originaltitel |
: |
Sennen joyu |
Verkauf |
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ab dem 07.08.2006 |
Land/Jahr |
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Japan/2001 |
Label |
: |
UFA |
Laufzeit |
: |
ca 83 min. |
FSK |
: |
ab 12 Jahren |
Bild |
: |
Widescreen (1.85:1 - anamorph) |
Ton |
: |
Dolby Digital 5.1 (Deutsch) |
Untertitel |
: |
Deutsch |
RC-Code |
: |
RC2 |
Darsteller |
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Regie |
: |
Satoshi Kon |
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Wertung: |
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Film |
: |
5.0/5.0 |
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Bild |
: |
3.5/5.0 |
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» |
Ton |
: |
4.5/5.0 |
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» |
Bonus |
: |
2.5/5.0 |
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» |
Gesamt |
: |
4.0/5.0 |
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Film (5.0): |
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„Millennium Actress“ von Satoshi Kons ist chronologisch gesehen dessen zweite Filmproduktion und bereits der dritte Film der es geschafft hat bei uns auf DVD veröffentlicht zu werden. Wer sich im Animebereich auskennt, wird sich bestimmt an den Thriller „Perfect Blue“ oder an die warmherzige Weihnachtskomödie „Tokyo Godfathers“, in der drei Obdachlose ein Kind auf der Straße finden und retten, erinnern. Auch seine Serie „Paranoia Agent“ wurde bereits auf DVD in unseren Landen veröffentlicht. Wer auf gehobene und manchmal sehr kuriose Unterhaltung (im positiven Sinne) steht, der sollte sich die Serie einmal zu Gemüte führen. „Millennium Actress“ ist zwar in einem ganz anderen Stil gehalten, dennoch hat Satoshi Kon dem Film seinen ureigenen Stempel in Form eines extravaganten Erzählstils aufgedrückt.
Den Zuschauer erwartet vor allem Unterhaltung auf gehobenem Niveau, der es jedoch nicht an witzigen Szenen mangelt, die das Ganze manchmal etwas auflockern. Die dramatische Seite wird dadurch jedoch nicht angetastet, sondern fängt den Zuschauer mit dem Beginn der Erzählung des Lebens der Hauptperson Chiyoko, die in ihrer Jugend ein großer Filmstar war, ein. Besonders in der Erzählweise hat Satoshi Kon wieder einmal in seine eigene Trickkiste gegriffen. Anstatt einer simplen und trockenen Nacherzählung, wird der Zuschauer mit auf die Reise genommen. Aber auch die Personen auf der anderen Seite der Mattscheibe werden schnell selbst zu Zeitzeugen, der wundervollen und noch dramatischeren Geschichte der berühmten Darstellerin.
So wird das Interview mit Chiyoko sehr schnell zu einem eigenen lebendigen Film, der die wichtigen Stationen in ihrem Leben beleuchtet und einige Überraschungen parat hält, denn ein ums andere Mal muss Genya Tachibana, der das Interview führt, eingreifen, um seine heimliche Liebe zu retten. Chiyoko hingegen ist jedoch auf der Suche nach ihrer ganz eigenen großen Liebe, von der ihr nur ein Schlüssel und die Erinnerung an einen Treffpunkt geblieben ist. Diese Liebe ist es auch, wegen der Chiyoko zuerst eine Karriere beim Film ausschlägt. Als sie aber vernimmt, dass sie in der Mandschurei auf den geheimnisvollen Maler, der ihr den Schlüssel hinterlassen hat, treffen könnte, entschließt sie sich doch zu einer Karriere auf der großen Leinwand und die unermüdlich Suche nach der wahren Liebe nimmt ihren Lauf. |
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Bild (3.5): |
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Das Bild macht für das Alter eine gute Figur. Es überzeugt mit natürlichen Farben, die sich je nach Handlungszeitalter ändern. So sind in der Gegenwart bedeutend kräftigere Farbtöne gewählt als z.B. in den 30er Jahren der Handlung. Ganz frei von Verunreinigungen ist das Bild jedoch nicht geblieben, so tauchen hin und wieder Fremdpartikel auf und ein leichtes Bildrauschen ist zu beanstanden. Die Kompression könnte etwas besser sein, denn hin und wieder machen sich lästige Artefakte breit. Dies hätte man jedoch besser machen können, denn die Bitrate ist mit unter 5 Mbit/s etwas niedrig ausgefallen. Die Schärfe leistet kontinuierlich gute Arbeit, könnte in jedoch in einigen Szenen. Zu guter Letzt sei erwähnt, dass UFA Anime diesmal einen progressiven Bildtransfer verwendet hat, was sich beim Betrachten auf einem Progressive-Scan fähigen Bildwiedergabegerät positiv bemerkbar macht. |
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Ton (4.5): |
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Der Dolby Digital 5.1 Ton ist in beiden Fassungen sehr gut gelungen. Man muss sogar eingestehen, dass die Tonkulisse wesentlich besser geworden ist, als die von vielen Realfilmen. Dies ist schon etwas Besonderes. Der Ton kann mit vielen direktionalen Effekten überzeugen, deren Verlauf glasklar über die teilnehmenden Boxen zu vernehmen ist. Eine gute Figur macht auch der Bass, der bei den Erdbeben und sonstigen lauten Szenen richtig zeigen kann, zu was er fähig ist. Besonders im Zusammenspiel mit den weiteren Boxen, die hierbei zusätzlich Verwendung finden, sorgt er für ein wohliges Gefühl in den Ohren. Der Soundtrack und einige andere Effekte sind ebenfalls aus den hinteren Boxen vernehmbar. Die Dialoge sind zu jeder Zeit klar verständlich. Hinzu kommt, dass manchmal die Position des Sprechers auf die Frontboxen angepasst wird, so dass man die Richtung orten kann, aus der die Sprache kommt. In ganz wenigen Szenen werden auch die Rears dafür verwendet, dies tritt ein, wenn sich der Sprecher zu weit weg vom Hauptgeschehen befindet. Als einzige Untertitelspur sind die deutschen Untertitel auf der DVD zu finden. Erfreulicherweise handelt es sich diesmal nicht um Dubtitles. |
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Bonus (2.5): |
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„Millennium Actress“ kommt in der aus der Ghibli Collection bekannten Verpackung in Form eines Schubers in die Hände des Käufers. Gewohnt ist dabei auch, dass einige Schriftzüge in Reliefform auf der Hülle zu finden sind. An Extras befinden sich die für Collector’s Editionen obligatorischen fünf Sammelkarten im Schuber. Diese sind diesmal leider offensichtlich direkt aus dem Film übernommen, denn man kann auf einigen deutlich Kompressionsartefakte erkennen. Des Weiteren gibt es noch ein 40minütiges Making Of, in dem Satoshi Kon und Taro Maki erzählen, welche Ideen und Methoden sie für „Millennium Actress“ verwendet haben. Zu guter Letzt seien noch die Trailer für das US und das deutsche Release erwähnt. |
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Fazit (4.0): |
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Animefans werden wohl nicht darum herumkommen den Film in ihre Sammlung aufzunehmen, besonders wenn sie schon die vielen anderen Titel mit ähnlicher Verpackung in ihrem Regal stehen haben oder bekennende Anhänger von Satoshi Kon sind. Für Nichtanimekundige ist der Film bestimmt ebenfalls interessant, denn man muss sich nicht weit hineindenken, die Handlung hätte ebenso gut auf unserem Kontinent stattfinden können. Aber ob Animefan oder nicht, derjenige oder diejenige, der/die den Film einmal gesehen hat, muss am Ende eindeutig zugeben, dass er etwas Besonderes darstellt. Von der technischen Umsetzung ist der Film ganz gut geworden. Lediglich beim Bild gibt es einige Einbußen, der Ton jedoch ist von der besten Sorte und weiß zu vollster Zufriedenheit zu gefallen. Das Bonusmaterial ist vielleicht nicht so üppig wie bei anderen UFA Anime Titeln, jedoch immer noch knapp zufrieden stellend. |
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Autor: Peter Winkelhane
Datum: 25.09.2006
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